Am Ziel

von Thomas Bernhard

Regie und Raum Johannes C. Hoflehner
Kostüme Sarah Wolters
Dramaturgie Sandra Schumacher
Regieassistenz Martin Schütz

Mutter Nicole Schneider
Tochter Kim Bormann
Schriftsteller Paul Schaeffer
Mädchen Maja Haas

Produktion Zimmertheater Tübingen

Zwei Frauen – eine jung, eine älter, Mutter und Tochter. Alles wirkt wie eine genau einstudierte Choreografie. Die Tochter packt die Koffer für die Abreise nach Katwijk
ins Sommerhaus, wie jedes Jahr an genau dem gleichen Tag. Und die Mutter redet. In endlosen Tiraden arbeitet sie sich an der Familiengeschichte ab – die unglückliche Ehe mit einem Fabrikanten, den sie nur aus Opportunismus und nicht aus Liebe geheiratet hat, der Tod des erstgeborenen, behinderten Sohnes Richard, den sie von Anfang an hasste. Die Tochter hört scheinbar unbeeindruckt zu. Seit Jahren immer der gleiche Ablauf.

Doch diesmal steht eine Veränderung bevor. Die Mutter hat einen jungen aufstrebenden Schriftsteller, der sowohl Mutter als auch Tochter mit der Uraufführung seines
Theaterstücks „Rette sich wer kann“ beeindruckt hat, in das Haus am Meer eingeladen. Das jahrelang eingespielte Gefüge beginnt zu wackeln. Die Mutter erwartet ein neues Opfer, das noch nicht so geübt in ihren Machtspielen ist. Die Tochter erhofft der psychologischen Abhängigkeit von der Mutter zu entkommen. Doch am Ende sind alle drei nur noch tiefer in ihrem eigenen Netz gefangen.

In AM ZIEL zeichnet Thomas Bernhard eine Familienkonstellation, die auf perfider Manipulation und Erniedrigung beruht, welche jedoch fast ausschließlich auf dem
gesprochenen Wort beruht. In seinen fast schon musikalischen Textflächen öffnen sich seelischen Abgründe und wechselt sich Tragik mit bitterer Komik ab.

Aus der Kritik der "Deutschen Bühne":
"Obsessionen bestimmen Thomas Bernhards Theaterwelt. Für sein Stück „Am Ziel“ gilt dies in besonderer Weise – auch für Johannes C. Hoflehners sensible Inszenierung am Tübinger Zimmer-Theater. Weil die im Fokus der Handlung stehende pathogene Mutter-Tochter-Beziehung von Nicole Schneider (als Mutter) mit virtuoser Textbehandlung und abgründiger Herzenskälte ausgespielt und von Kim Bormann (als Tochter) in traumverlorener Trance mit kunstvoll gestelzten Unterwerfungsgesten dargestellt wird, gelingt ein theatralisches Meisterwerk."

Aus der Kritik des "Reutlinger Generalanzeigers":
"Johannes C. Hoflehner hat am Zimmertheater ein perfide unterhaltsames Duell der lebenden Toten inszeniert, dessen Spannungsbogen bis zur letzten hoffnungslosen Sekunde trägt."

Premiere Saison 2017/18